Sonntag, 6. April 2014

Freischwimmer

Manchmal fühle ich mich klein. Winzig klein. So klein, dass ich mir nicht vorstellen kann, dieser Welt mit all ihren großen Anforderungen etwas entgegensetzen zu haben. Die Welt ist dann eine große Welle, die mich zu überollen droht.

"Aber wenn du so klein bist, dann muss es doch ein Leichtes für dich sein, dich irgendwo zu verstecken vor dieser großen Welt. Irgendwo muss es doch dann ein ruhiges Plätzchen geben, ein kleines Stück Sicherheit, ein Schlupfloch."

Schlupflöcher sind aber was für Feiglinge. Wer will schon klein sein, und ein Feigling noch dazu? Was nützt die Sicherheit, wenn sie einem die Freiheit nimmt? Wie kann man die Ruhe genießen, wenn man sich abgeschnitten vom Leben fühlt?

"Dann wirf dich mutig in die Fluten, lass dich treiben und vertraue darauf, dass die Welle dich immer wieder an die Oberfläche spült."  

Als die Welle kam und mich verschluckte, dachte ich ganz kurz an den türkisblauen Schwimmreifen, den ich gestern im Schaufenster gesehen hatte.

Zum Leben braucht man einen langen Atem.


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